Doppelholz spielte bei ZeitZeugen
Es war 21.25 Uhr spät, aber noch nicht zu spät, als die beiden Musiker Thomas Krings und Rainer Lauterbach, zusammen bekannt unter dem Namen Doppelholz, als Überraschungsgäste bei Judith Dielämmer die Klarinetten anstimmten. Nur eine Handvoll Kunstbegeisterter kam noch in den Genuss der musikalischen Interpretationen der Kunstwerke von Manfred Greulich-Blass und Anne Blass.
Das Duo wandelte durch die Ausstellung ZeitZeugen und machte da und dort Halt, um ein jeweils passendes Stück aus dem breiten Repertoire von Klassik bis Moderne zu Gehör zu bringen. Gleich im Eingangsbereich inspiriert von der Skulptur Machtkampf erklang der lockere leichte Swing für Zwei.
Im Anschluß identifizierten die Musiker eine Gruppe von drei kleinen Objekten (Geisterglocke, Geistergranate und Adlerauge) als Mitglieder einer Dorfkapelle. Was ist da naheliegender, als sich dazu zu gesellen und das Stück Die Dorfmusikanten zu spielen, in dem alle Register der volkstümlichen Musik von Walzer über Marsch und Polka parodiert werden.
An der dritten Station der Wanderung vollzog sich die Wandlung von Dorf- zu Klezmermusikanten. Im Karré der vier Friedhofsstelen interpretierte Doppelholz einfühlsam Zemer Atik, einen klassischen jüdischen Volkstanz.
Two Great Guys war schließlich die musikalische Verkörperung einer Freundschaft zwischen Harmonie und Dissonanz bei den Mauergeistern. Auch die Künstler selbst wurden abschließend mit zwei Jazz-Klassikern bedacht. Es erklang All Of Me und On The Sunny Side of The Street. Mit dem Marsch der Elefanten als Zugabe verabschiedeten sich die beiden Klarinettisten unter viel Beifall von der Zuhörerschaft.Hier kann man noch mehr über die Ausstellung ZeitZeugen lesen.
