Kurzgeschichten mit dem Pinselstrich
Anna Neumann, selber Künstlerin und Mitglied der Galerie, hielt die einführenden Worte bei der Ausstellungseröffnung.
Im Wechsel mit ihren Erläuterungen zur Ausstellung sang, Nadia Meroni, ausgebildete Opernsängerin, international bekannte Kompositionen. Mit ihrer spontanen Bereitschaft auf der Vernissage zu Singen, sorgte die Französin mit ihrer wunderbaren Stimme für eine blendende Stimmung unter den Gästen.
Diese Ausstellung von Uwe Dressler zeigt neue Arbeiten, denn es ist sein persönliches Anliegen, nie bereits bekannte Werke auszustellen, sondern einen neuen Blick auf seine Auseinandersetzung mit Form und Farbe, Alltäglichem und Zufälligem, Selbstbestimmten und Erfahrenem zu ermöglichen.
Die ausgestellten Zeichnungen und Aquarelle entstanden im Frühling und Sommer 2003 in Erinnerung an einen Sommer auf Gomera. Sie sind Ergebnis seines Versuchs, sich beim Malen und Zeichnen ganz zu vergessen, um dabei Neues, Ungeahntes zu entdecken. Uwe Dressler spielt mit seiner Beute, seinen Fundstücken, spielt mit Zufälligem, mit abstrahierten, figurativen Elementen, dem Ausdrucksspektrum der Farben, ihren Verläufen, zufälligen Pinselspuren, die sich verdichten und wieder verlieren.
Und Uwe Dressler fabuliert in seinen Zeichnungen. Er erzählt die Geschichte vom gelben Mond,
von 30 verrückten Bettgeschichten, augenzwinkernd, ein Kobold, der da ein interessantes, liebenswürdiges Unwesen treibt mit, wie zufällig gebrochenen Linien, frechen Andeutungen und der hier und da noch einen kleinen Kontrapunkt verteilt: einen alten erbeuteten Schnipsel, ein Stückchen Frühlingsblau.

Uwe Dressler's bildnerische Erzählungen sind moderne Kurzgeschichten. Ihr Ende ist offen und undefiniert. Sie fordern den Betrachter auf, selbst zu interpretieren, das Spannungsvolle, den Zufall, die Zeit zu erkennen.

Edgar Alan Poe hat einmal gesagt: Die Kunst ist die Wiedergabe dessen, was die Sinne in der Natur durch den Schleier der Seele erkennen.
