Galeriejahr 2004
Bei Judith Dielämmer gab es 2004 viel zu sehen. Der Jahresrückblick im Rückwärtsgang von Dezember bis Januar 2004.
Das find ich ja toll,
schade, dass ich die Idee nicht hatte! Mit diesem und noch vielen weiteren Sprüchen, aufgeschnappt beim Aufbau der vierten Gemeinschaftsausstellung der Künstlerinnen und Künstler der Galerie, eröffnete Janne Gronen die Ausstellung Dielämmer 04. Zu sehen ist mit ca. 60 Exponaten von 16 KÜnstlern, ein Querschnitt durch das aktuelle Schaffen den Beteiligten. Ebenfalls bereits Tradition hat das Öffentliche Wichteln. Die Besucher wurden gebeten etwas Witziges, Kitschiges oder einfach Nettes in den Wichtelsack zu geben und sich im Gegenzug ein Geschek aus dem Sack zu nehmen. Mit etwas Glück kann man dann sogar ein kleines Kunstwerk erwichteln.Die Ausstellung ist jeweils freitags von 18.00 bis 20.00 Uhr geöffnet oder nach Vereinbarung!
Das Gold Projekt
Die Ausstellung Gold endete am 28.11.2004. Die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler sowie Galeriemitglieder und Freunde konnten ein letztes Mal die über Wochen entstandene Gemeinschaftsausstellung auf sich wirken lassen. Auf die unterschiedlichste Weise hatten sich Doro Eiker, Inge Harms, Jürgen Holitschke, Gudrun Lintz und Lissy Busch-Holitschke dem Thema Gold genähert. Zur Finissage stand dann noch Gold essen auf dem Programm.
Es wurde wieder, wie schon zur Eröffnung, ein frisch gebackenes Sauterteigbrot im Goldmantel gereicht. Auch Honig, das Geschenk der Götter, durfte nicht fehlen. Ein Golden Toast konnte man sich goldbraun rösten und mit einem Brotaufstrich der Marke Goldapfel versüßen.
Am 14. November 2004 öffnete Lissy Busch-Holitschke ihre Goldtafel dem Publikum. Ganz mit Goldstoff umhüllte sie einen zweieinhalb Meter langen Tisch. Zwei Gedecke mit Besteck und Gläsern stehen an den Kopfseiten. Dazwischen Kerzen und eine Blumenvase, alles aus gold-glänzendem Stoff genäht.
Das Spiel aus Verlockung und Nichterfüllung setzt die Künstlerin auch in ihrem vierten Tafel-Objekt um. Die Goldtafel sieht aus der Ferne pompös aus, doch dies ist mehr Schein als Sein. Die Messer bspw. sind federleicht und biegsam - und unbrauchbar. Susanne Hille, Düsseldorfer Konzert- und Opernsängerin trug stimmgewaltig Gedichte, Lieder und Texte zum Thema Gold vor. Mehr über die 
Am 31. Oktober 2004 gab Inge Harms die Butho-Performance Honig. Honig, ein Geschenk der Götter, wurde den Seherinnen auf die Lippen gestrichen, um sie in Begeisterung zu Versetzen. Das in Ekstase gesprochene Lallen wurde als direkt von den Göttern kommendes Wort angesehen und respektiert. Buthoist eine aus Japan kommende Ausdrucksform, die den Tänzern Wahrhaftigkeit abverlangt. Mit ihrer Performance Honig, macht Inge Harms sich auf die Suche zu den Wurzeln von Spiritualität und der Bedeutung von Honig. Mehr über die Butho-Performance
Seit dem 17. Oktober 2004 ist das Gold Projekt um eine Facette reicher. Gudrun Lintz zeigt ROTtransparente. Die Düsseldorfer Fotografin erweitert die Ausstellung mit großformatigen Aufnahmen der Mohnblüte. Sabine Bremer spinnt zur Eröffnung einen Roten Faden von der Bedeutung der Farbe Rot bis zur Verbindung von Rot und Gold. Goethe sagte zu Rot: Die Wirkung dieser Farbe ist so einzig wie ihre Natur. Die aktive Seite ist hier in ihrer höchsten Energie (...). Mehr über die ROTtransparente.
Am 5. Oktober 2004 fand bereits die Fortsetzung des Gold Projekts statt mit Meike Schmitz, Gesang und Katrin Zurborg an der Gitarre. Zum Thema Schweigen und Gold machten sich die beiden Künstlerinnen auf die Suche: Welche Stücke in der populären Musik besingen das Wort Gold? Welche Stücke erinnern uns an Gold, besingen goldene Momente, persönliche Goldstücke oder den Traum von Glanz, Reichtum und Wärme? Das Konzert wurde eigens für das Gold Projekt gestaltet. Dem Besucher wurden kleine Goldstücke in gesungenem und gesprochenem Wort präsentiert, begleitet von der Gitarre, die warm - golden klingen kann, aber auch helle, grellglänzende Töne hat.
Am 3. Oktober 2004 um 11.00 Uhr fand die Eröffnung des Gold-Projekts statt. Im Ausstellungszeitraum vom 3.10. - 28.11.2004 präsentieren (v.l.n.r.) Doro Eiker, Inge Harms, Jürgen Holitschke, Gudrun Lintz und Lissy Busch-Holitschke zusammen mit weiteren Gastkünstlern Vorträge, Konzerte und Ausstellungen zum Thema Gold. Die Ausstellung ist in einem sich stetig verändernden Prozess eingebunden.
Jürgen Holitschke zeigt Brot und Bilder. Als Privatbäcker setzt er sich mit der Wertigkeit des Brotes auseinander, in dem er es durch Materialien verdeutlicht oder in Frage stellt. Hierzu gab es Worte eines Bäckers von Bäcker Lenders zu hören. Doro Eicker präsentiert mit Gold tragen Schmuck und Verena Jahreiss las ein Märchen vor. Mehr zu Brot und Bilder.
Ein einsamer Künstler ist gestorben
Am 2.September 2004 verstarb in Grevenbroich, Prof. Georg Boskamp. Das Foto zeigt ihn bei seiner Ausstellung in der Galerie im Juli 2003. Professor Hans-Georg Boskamp, 1943 geboren, der seine künstlerische Ausbildung bei Gerhard Hoehme und Peter Brüning genoss, bezeichnete sich als Traditionalist. Er war in den 80er Jahren an der FH Würzburg als Professor für Zeichnung und künstlerischen Werdegang tätig. Seither lebte er als freischaffender Künstler. Seine Ausstellung Autobahnskizzen.
Sommerpause
Auch die liebe Judith braucht mal Urlaub. Sie hat noch ihr Schaufenster sommerlich dekoriert und ist dann, ... ab in den Süden, der Sonner hinterher... . Aber die Galerie garantiert einen Goldenen Oktober, denn am Tag der deutschen Einheit beginnt das Gold-Projekt.
Anne Blass - Glas-Experimente
Vom 2. bis 30. Juli 2004 zeigte Galeriemitglied Anne Blass neue Arbeiten. Diesmal stand das Glas im Mittelpunkt der Ausstellung – das Experimentieren mit Glaseinschlüssen beim Brennen. Es entstanden kleine Objekte aus Glas und Draht, Holz-Glas-Stelen, Glasfahnen....
Die einführenden Worte hielt Anna Neumann, links im Bild zusammen mit Anne Blass. Glas, Holz, Metall, Stein – das sind die Elemente dieser Objekte – aber es kommt noch etwas dazu: Licht, blaues Licht. Anne Blass kalkuliert sowohl mit natürlichem als auch mit künstlichem Licht, das durch Lochbleche zu überraschenden Streuungen und Brechungen führt. So kommt es zu einer geheimnisvollen Aura. Und die Farbe Blau trägt entscheidend dazu bei. Mehr über die Glas-Experimente.
Gaben-Übergabe für guten Zweck
Die Galerie spendete für die Kunstversteigerung, die im Wohnheim für geistig behinderte Kinder und Jugendlichen in Grevenbroich-Elsen am 24. Juli 2004 stattfand, drei Kunstwerke. Johannes Schwelm, Pädagoge der Einrichtung und neues Mitglied der Galerie, möchte mit dieser Aktion im Rahmen des Sommerfestes, zu mehr Geldspenden aufrufen.
Janne Gronen - Wilde Kühe aus dem Artomaten
Wilde Kühe, so lautet der Titel der Arbeiten, mit denen Janne Gronen bei der Artomaten – Präsentation im Kuhstall bei Bio-Bauer Brungs in Mönchengladbach im Juni 2004 vertreten war.
Dafür hat die Künstlerin zigarettenschachtelgroße Kästchen gestaltet, von denen uns Kühe anschauen. Wilde Kühe. Denn zunehmend verwildern gerade die biologisch korrekt gehaltenen Kühe auf den Almen. Janne Gronen möchte die Entwicklung dieser verwilderten Kühe in den Blick rücken: Sie schätzen die Freiheit und Autonomie höher als den stets gut gefüllten Trog. Vielleicht können wir etwas von ihnen lernen.
Die Artomaten - Kunst für die Welt: Umfunktionierte Zigarettenautomaten, mit drei Euro gefüttert, spucken sie Kunst aus. Weitere Infos Artomaten.
Sabine Bremer - FamilienKulturen
Die Galerie zeigte vom 28.5. bis 25.6.2004 Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin und Designerin. Die Ausstellung zeigte Tierbilder. Sie sind
zu Familienbildern komponiert, stellvertretend für den Menschen oder auch
mit unterschiedlichen Menschengruppen in Verbindung. Das Menschliche im Tier ist hier dokumentiert. Kulturen sind angesetzt und haben sich entwickelt.
Daneben wurde eine Serie von Objektbildern gezeigt, mit Figuren in unterschiedlichen Kontexten, entweder in Rahmen einbetoniert oder in Schaukästen präsentiert. Mehr über die Ausstellung FamilienKulturen.
Annu Koistinen - Neue Arbeiten
Die Galerie zeigte vom 23.4. bis 21.5.2004 Arbeiten aus 2002 und 2003 von Galeriemitglied Annu Koistinen.
Neben Öl- und Gouachearbeiten waren Collagen und Wandobjekte aus unterschiedlichen Materialien zu sehen. Mehr zur Ausstellung Annu Koistinen.
Begegnung mit Gegenwarten
Die Galerie zeigte vom 12.3. bis 16.4.2004 Ölmalerei und Zeichnungen des Künstlers Jón Thor Gíslason. Der gebürtige Isländer lebt seit vielen Jahren in Deutschland, war Schüler bei Prof. Erich Mansen, Stuttgart und hat an einer Vielzahl von Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen. Weitere Informationen und Bilder der Ausstellung Begegnung mit Gegenwarten von "Jón Thor Gíslason".Lyrik á la carte
Zur Finissage von Erdtafel III gab es in der Galerie ein Programm, dass so einmalig war wie sein Publikum. Ulrike Göttlich, Lyrikerin aus Kempen, hat aus der Fülle ihrer Gedichte 95 ausgewählt und die Titel auf einer Speisekarte in verschiedene Kategorien gefasst.
Da gibt es u.a. Glücksteilchen und Himmlisches, aber auch SchwerVerdauliches und Ein Hauch Pikantes. Das Publikum wählte die Gedichte aus, die Ulrike Göttlich dann vortrug. Sofort und gleichzeitig improvisierte Jazzmusiker Konstantin Wienstroer auf seinem Kontrabass. Der Abend verlief so, wie Ulrike Göttlich es auch angekündigt hatte Es wird eine lustige Veranstaltung werden, in der meine Gäste ihre Berührungsängste verlieren. "Bilder à la carte".Lissy Busch-Holitschke - Erdtafel III
Nach Erdtafel I und II, die bereits im Sommer 2003 entstanden, setzt die Künstlerin den Zyklus zum Thema Eßkultur nun fort. In einem Entstehungsprozess, der mit der Eröffnung am 6. Februar 2004 um 20.00 Uhr seinen Abschluss gefunden hat, beginnt der gewollte Verfall der fast 15 Meter langen Tafel. Die Eröffnungsrede hielt die Kunsthistorikerin Dr. Dagmar Täube.
Auch Erdtafel III inszeniert die Tafel als Verlockung, die vermeindliche Gemeinschaft, das Beisammensein entpuppt sich bei genauerer Betrachtung jedoch als trügerisch. Denn die 40 Gedecke aus keimenden Weizensamen liegen sich nicht gegenüber, die Sitzbänke sind nicht zu benutzen. Die Tafel kann ihr Versprechen nicht halten. Sie stellt in Wahrheit Einsamkeit in der Gemeinschaft dar. Mehr über den Erdtafel-Zyklus.
Matisse traf Bukowski
Zur Finissage von Dielämmer 03 am 23.1.2004 gaben Robert Jordan und Alexander Strucken (mit E-Gitarre) ein Medley aus Rezitationen und Liedern über Künstler, deren Leidenschaft für die Kunst, einherging mit einer Leidenschaft zu Drogen. Zu Beginn ihres Programms über die Kunst, das Leben, die Liebe und die Gründe zum Trinken standen Texte über Charles Bukowski und Henry Matisse.
Im Anschluss spielten sie Songs wie 50 Bourbon Street von The Black Halos oder Willy de Villes Junker's Blues im Wechsel mit Texten wie Charles Bukowskis Original-Brauereiabfüllung oder Kurt Schwitters Land des Irrsinns. In Duchamps Frage nach dem Ding wurden Einblicke in den Zeitgeist und die Diskussion über die Definition von Kunst im 20. Jahrhundert gegeben. Der Abschluss war gleichzeitig auch Titelsong des Programms Reason to drink von den Dirty Slim Oddballs.
