Sara Marcus - Blow up vom 18.3. bis 15.4.2005
Blow up, der aus der Fotografie entlehnte Begriff bezeichnet den Vorgang des Vergrößerns, wörtlich übersetzt, das Aufblasen eines Bildes. Dies trifft auf beide Themenreihe der Ausstellung von Sara Marcus zu. Zum einen hat Sara Marcus, die 2004 ihr Diplom für Mediengestaltung an der Kunsthochschule Köln gemacht hat, mit so genanntem found-footage, mit gefundenem Dia-Material gearbeitet.
Die Struktur und die Farbschichten alter Dias gaben ihr den Anstoß, mit dem faszinierenden Prozess der Auflösung und Veränderung der Materie weiter zu arbeiten. In ersten Schritt direkt mit der Materie, im zweiten dann mit dem Computer. Die erste Arbeitsreihe trägt den Titel Ephemeride - kurzeitige Erscheinungen. Die Biologie nennt so Eintagsfliegen und in der Astrologie wird damit die Stellung der Himmelskörper an einem Tag bezeichnet. Auch steht der Begriff Ephemeride für Tagebuchaufzeichnungen.
In der ersten Reihe sind für Sara Marcus die Motive ihrer Arbeiten Momentaufnahmen aus einem fortlaufenden Prozess der Veränderungen. Zu der zweiten Reihe lieferten Polaroids die Basis zur Weiterbearbeitung. Negativ- und Positivseite wurden getrennt und die Farbschichten der Chemikalien verteilt und teilweise entfernt und bemalt.
Beide Male handelt es sich um kleinformatiges Ausgangsmaterial, das in der Großvergrößerung seine Materialität und Strukturen preisgibt. Der blow-up zeigt Details, die im Kleinen nicht sichtbar sind.

