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moet je oprape - 21.10.2005

Oder auch sich weigern, neue eigene Entwicklungen zu beginnen, ≥sich aufzuraffen„, Entwicklungsdruck nachzugeben. Lieber weiter bequem sein, lebensfeindlich leben, sich und seine Umwelt belasten, wegschauen, mit nichts was zu tun haben wollen, nur sein eigenes Ding durchziehen. Dabei berühren uns die Dinge und Ideen unserer Umgebung. Politische, wirtschaftliche und kulturelle Gegebenheiten formen uns ˆ und wenn wir mitmachen, uns nicht raushalten, formen wir auch sie. Und vor allem berühren uns unsere Zeitgenossen und die Menschen, mit denen wir in Kontakt sind. Hier haben wir die meisten Gestaltungsmöglichkeiten: im kleinen täglichen Miteinander entscheiden wir uns stündlich für Krieg oder Frieden, Stillstand oder Entwicklung, Liebe oder nicht.

Die Arbeiten der Ausstellung ≥Moet je oprape„ von Werner Franzen rücken in den Blick, was Menschen beschäftigt, Fragen von Menschsein und Menschbleiben in unserer Alltags- Welt. Und die Anforderungen des Miteinanders, des ≥sich Aufgreifens„, des Streitens, des Diskutierens, des Zusammenwirkens oder Auseinanderdividierens.

Was heißt das, ≥sich aufgreifen„? Es geht über das bloße ≥übernehmen„ weit hinaus, etwas nur übernommenes wird schnell hohl ˆ lebens- und entwicklungsfähig sind dagegen die Dinge, die wir weiterdenken, weitertreiben, Ideen, ≥reine Lehren„, die wir mischen und verschmelzen mit uns selbst, unseren Erfahrungen, unserer Existenz ˆ das wird etwas ganz Neues, Einzigartiges, so noch nicht Dagewesenes. Und irgendwie eben doch ˆ so sehe ich es, lieber Werner, Herr Tucholsky, - Neuschnee.

Vielen Dank.