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Axel Naß - Die Untersuchung

Einführung in die Ausstellung von Axel Naß Die Untersuchung Erster Preisträger des Kunstpreises der Galerie Judith Dielämmer. Von Anna Neumann.

  • Hornzellige Fadengebilde in der Menschen- oder Tierhaut?
  • oder Haare, der schönste Schmuck einer Frau?
  • oder gar die erotische Wirkung, besonders die den Rothaarigen nachgesagte?
  • oder andere weit verbreitete Vorurteile z. B. über Glatzenträger, Potenz oder Potenzprobleme?
  • wird etwa die Situation der Frau untersucht, die sich in vielen Teilen der Welt immer noch in ihrer Haarpracht dokumentiert?
  • erfahren wir etwas von alten Zöpfen, die abgeschnitten werden?
  • oder von dem Zusammenhang von Frisur und politischer Gesinnung?
  • oder gar vom Jugendwahn mit all seinen hornzelligen Auswüchsen?
  • oder vom Mythos rothaariger Hexen und der Bedeutung roter Haare für die Frauenbewegung?
  • oder wird untersucht wie Nationalsozialisten Haarfarben für ideologische Zwecke nutzen?
  • Das Haarabschneiden geht und gilt in vielen Kulturen als Demütigung und als Zeichen der Unterwerfung √ so wie das Haare schneiden vor dem Gang zum Schafott.
  • Wir kennen das Kahlscheren als entehrende Behandlung von Gefangenen oder Ehebrecherinnen
  • Hexen wurden bei der Folter am ganzen Körper geschoren, um ihre Macht zu brechen.
  • Glauben wir nicht, diese Typen genau zu kennen?
  • Ist das nicht ein wenig unangenehm haarige Abfallberge zu berühren?
  • Finden wir Frisöre nicht doch ein wenig halbseiden, weil sie fremden Menschen, die sich Ihnen mit Haut und Haaren ausliefern so ungeniert den Kopf waschen?
  • Welchen Stellenwert haben sie denn wirklich für uns, diese Haare? Ist uns klar, wie sehr sie unsere Persönlichkeit unterstreichen oder verändern können?
  • Ahnen Sie wie viele Milliarden die modernen Menschen ausgeben, um im Besitz dieser Haare zu bleiben und sie entsprechen zu hegen und zu pflegen?
  • Ahnen Sie welche Angst hinter der Angst vor dem Haarverlust steckt?
  • Wissen Sie, wie viele Tiere der Mensch ausgerottet hat, um sich mit ihren Haaren zu schmücken?
  • Eine Locke von Deinem Haar, ja das wär so wunderbar, wär ein kleines Stück von dem unsagbaren Glück. so ein Song von Adamo.

    Die Locke als Fetisch oder als letzte Erinnerung? Was verbirgt sich unter den Locken der Geliebten? Ist es das, was wir erhoffen? Oder äfft uns nur ein koketter Lockenkopf?

    Was wird bleiben von all denen, deren Haare hier untersucht werden? Nur die Locke in einem silbernen Medallion? Ist auch diese Installation letztendlich nur eine Metapher der ewigen Frage nach dem Sinn von Liebe, Leben und Tod? Zeigt sie unsere Sehnsüchte und Ängste? Was geschieht, wenn der Strom nicht mehr fließt in diesem Labor, wenn Totenstille eintritt?

    Dann dürfen Sie eine Suppe essen, ob mit oder ohne Haar!