ArToll - Kunst in der Psychiatrie
Der Landschaftsverband Rheinland hat mit Unterstützung der Klinikleitung in Bedburg-Hau eines der Häuser des 1911 erbauten Jugendstil-Gesamtensembles dem ArToll-Labor zur Verfügung gestellt, um eine Brücke zwischen Psychiatrie, Kunst und Öffentlichkeit zu bilden. Für die Initiatoren des ArToll-Labors steht inhaltlich die besondere Bedeutung des Wortes "Labor" im Vordergrund. So steht der Prozess des Entstehens im Fokus des Interesses. Das bedeutet jedoch auch der Austausch, das Miteinander, die Wechselwirkung zwischen drinnen und draußen, die durch die Rahmenbedingungen auf dem Gelände der Psychiatrie im Besonderen gegeben sind.
Während der ersten vierzehn Tage kann die Öffentlichkeit den Prozess des Entstehens beobachten. Diese Art des Schaffens war für Lissy Busch-Holitschke völlig faszinierend. Sie arbeitete auf dem Außengelände des ArToll-Labors an einer Erd Tafel. Durch die vier Ebenen Boden, Sitzfläche, Tafel und Erdhügel entsteht eine optisch versenkte Tafel. Die Erd Tafel entspricht im Durchmesser viermal ihrer Körperlänge und ist ihren Körpermaßen angepaßt.
Lissy Busch-Holitschke hat für sich das Thema Tafel wiederentdeckt. Die Tafel steht ja nicht nur für Essen oder Kommunikation, sondern bedeutet viel mehr. Sie ist auch ein Status-Symbol, war im Mittelalter ein Symbol der Macht oder steht für Tischdekorationen,erklärt sie ihr Projekt.
Vor über 15 Jahren habe ich an der Töpferscheibe Geschirr hergestellt, nun beschäftige ich mich wieder mit dem Essen. Durch die Ruhe des Areals und die zutagetretenden Gerüche bekommt das Arbeiten an der Erd Tafel für sie etwas Meditatives. Vergänglichkeit und ein Gefühl für den Raum werden deutlich.
Bei den Arbeiten von Jürgen Holitschke dreht sich alles um das Fahrrad. Schon die Anreise nach Bedburg-Hau erfolgte mit dem Rad. Im Gepäck hatte Jürgen Holitschke weder Werkzeug noch Material, das besorgte er sich erst vor Ort aus Abfallmaterialien.
Das Gummi der längs aufgeschnittenen Fahrradschläuche umwickelt der bekennende Fahrradfahrer um einzelne Fahrradteile, wie beispielsweise ein Zahnrad. Durch Spannung und Weichheit verfremdet das Schlauchmaterial den Gegenstand, so dass etwas Neues entsteht.
Der Schlauch im normalen Leben immer versteckt in einem Mantel, bekommt ein Eigenleben. Er kann sich aufblähen oder ummantelt selber. Farbe und Stofflichkeit variieren je nach Art der Ummantelung.ArToll - Kunstprojekt Publikumsverkehr
Vom 2. bis 15.8.2003 täglich von 16.00 bis 18.00 Uhr laden die 15 Künstler zum Publikumsverkehr ein.
Vernissage: Samstag, den 16.8.2003 um 15.00 Uhr
Öffnungszeiten für den 17.8. sowie 23. und 24.8.2003 jeweils von 15.00 bis 18.00 Uhr.
Finissage am Samstag, 30.8.2003 um 15.00 Uhr
Kontakt: ArToll Labor e.V. Telefon: 02821-81 15 00
